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Bilderbuchthema Gesundheit dargestellt mit Adobe Spark Video

Diklusion - Gesundheit mit JANOSCH

Autorinnen: Studierende der Europa-Universität Flensburg

Gesundheit – ein Thema, das jeden Menschen betrifft. 

Ziel des Projekttages war es die Erzählkompetenz und das Teamwork zu fördern. Die Erzählkompetenz wurde insbesondere durch die Methode des dialogischen Bilderbuchlesens unterstützt. Das Fundament des Projekttages bildet ein digital-inklusives Arbeiten. Gemeinsam erstellen die Schüler/innen ein Lernvideo zum Thema Gesundheit. 

Diklusion 

Lernen wird beeinflusst durch: 

  • Bereitstellung mehrerer Darstellungsarten, 
  • Bereitstellung von mehreren Modi der Aktion und Ausdruck, 
  • Bereitstellung mehrerer Modi der Verpflichtung 

Diese 3 Prinzipien finden Sie visualisiert unter: Universelles Design für Lernstrategien (UDL)

http://www.storyboardthat.com/de/articles/e/udl-universell-design-for-learning

Digitale Medien können im inklusiven Unterricht beispielsweise durch die Erstellung von Lernvideos eingesetzt werden.

Diklusive Lernszenarien: Digitale Medien und Inklusion in Schule und Hochschule: 

http://www.http://diklusion.com/diklusion-in-der-schule/lernszenarien/

Mit unserem Projekt ‚Gesundheit mit Janosch‘ haben wir das Lernen durch die Bereitstellung von unterschiedlichen Darstellungsebenen mithilfe des Einsatzes von Signalkarten, QR-Codes, Audio-Aufnahmen und dem iPad als technisches Medium beeinflusst. Für die Bereitstellung mehrerer Modi der Aktion und des Ausdrucks konnten die Schüler/innen selbst wählen welches Thema (Ernährung, Sport, Medizin) und in welcher Form (Regisseur/in, Kameraführung, Schauspieler/in, etc.) sie an dem Lernvideo teilhaben möchten. Besonders durch die Methode des dialogischen Bilderbuchlesens, die gemeinsame Reflexion über das Lernvideo und im Allgemeinen auch die stark mündlich-dialogisch geprägte Unterrichtsform wurden Optionen für die Kommunikation bereitgestellt. Das Prinzip der Bereitstellung mehrerer Modi der Verpflichtung bezieht sich auf das Interesse und die Motivation der Schüler/innen im Unterricht. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei diesem Unterricht um ein Projekt handelt, war die Motivation unserer Schüler/innen bereits im Voraus (sehr) hoch und wurde zusätzlich durch den Einsatz digitaler Medien und einer kreativen Umsetzung gesteigert. 

 

Auf diesem Bild kann man unsere Signalkarten und Stationskarten erkennen. Die Signalkarten haben wir genutzt, wenn es beispielsweise zu laut geworden ist (siehe ‚Schweigefuchs‘) und die Stationskarten dienen der Orientierung, zum Beispiel unsere Bushaltestelle oder unsere Leseecke (siehe Bushaltestellenzeichen und Eule mit Buch).

Buchvorstellung 

Das Buch „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ von Janosch aus dem Jahr 1985 (Erstveröffentlichung) handelt von den beiden Hauptcharakteren ‚Tiger‘ und ‚Bär‘. Der Tiger ist krank, der Bär kümmert und sorgt sich um ihn. Zum Schluss bringt der Bär den Tiger ins Krankenhaus, wo er von einem Arzt behandelt und „gesund gemacht“ wird.   

Unter diesem Link ist das Bilderbuch zu finden:
 https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1000806560

Aufbau des Projekttages und Unterrichtsverlaufsplan 

Auf den folgenden Bildern finden Sie unseren Tagesablauf und die detaillierte Planung des Projekttages.

Für den (Projekt-) Unterricht benötigte Materialien

Durchführung des Projekttags

Im Folgenden wird der Ablauf unseres Projekttages beschrieben.

1. Kennenlernspiel, z.B. „Der Luftballon des Anderen“

Kennenlernspiele für die Grundschule – 19 lustige Spiele für Kinder zu finden unter: http://www.muttergeist.de/kennenlernspiele-grundschule/

Einführung in die Nutzung digitaler Medien (iPad): z.B. Erklärung der iPad-Regeln von Eduki: http://www.eduki.com/de/material/290894/medienkompetenz-ipad-regeln-fuer-die-grundschule 

2. Erarbeitung des Bilderbuchs mithilfe der Methode des dialogischen Bilderbuchlesens: In dieser Unterrichtsphase wurde der Rahmen des Themas durch das Bilderbuch festgesteckt und anschließend durch die mündlichen Beiträge der Schüler/innen ergänzt. Diese Phase ist gut kombinierbar mit einer kreativen Mal- oder Schreibaufgabe je nach Klassenstufe und für diese Phase geplanten Zeitrahmen. 

Wichtig zu wissen ist, dass unser Lernvideo nicht eins zu eins auf das Bilderbuch „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ zurückzuführen ist. Wir orientieren uns lediglich am Thema des Buches, also Krank-, bzw. Gesundheit.

3. Ideensammlung: Sortierung der Schüler/innen-Beiträge bspw. als Tafelbild (Mind-Map), Bildung von Expert/Inn engruppen zu den Themenkomplexen Ernährung, Sport und Medizin. Diese drei Bereiche sollen am Ende im Lernvideo gezeigt werden, deshalb haben die Schüler/innen hier die Möglichkeit sich über die Themen auszutauschen, um schon einmal anfängliche Ideen zu entwickeln, was sie später im Video ggf. zeigen möchten.

4. Dialog: Die Schüler/innen hören sich selbstständig die von uns Lehrkräften erstellten QR-Codes als Audio-Aufnahme mit den iPads an. Auf den QR-Codes sind zwei Extrembeispiele zu hören, wie der Tag und vor allem die Ernährung eines Kindes aussehen kann (eins sehr gesund und ausgewogen, das andere ungesund und ‚faul‘), um die Gespräche und Ideen der Schüler/innen anzuregen.

5. Planung der (Video-)Produktion: Die Schüler/innen überlegen in ihren Expertengruppen eigenständig wie sie ihr Thema filmisch umsetzen. In dieser Phase suchen sich die Schüler/innen ihre Filmmaterialien aus und entscheiden über eine geeignete Form der Inszenierung. An der Station ‚Bushaltestelle‘ (siehe oben, erste Abbildung) können sich die Schüler/innen bei Problemen untereinander selbstständig austauschen und die Lehrkraft kann ggf. unterstützend eingreifen. 

6. Umsetzung der Produktion: Mithilfe der Rollenkarten schlüpfen die Schüler/innen in die für die Produktion eines Videos notwendigen Rollen. In dieser Phase produzieren die Schüler/innen ihre Filmsequenzen und Audio-Aufnahmen. 

7. Reflexion: Lehrkräfte und Schüler/innen reflektieren gemeinsam in einem interaktiven Klassengespräch mithilfe der Reflexionskarten den Projekttag (Reflexionskarten z.B. von Eduki: http://www.eduki.com/de/material/63338/reflexionskarten-3)

Erklärung des Tools 

App-Tool: Canva (https://www.canva.com/q/pro/?clickId=XUe2DPxQmxyNU7sXl92I7WbRUkDyxjV5kUm7SQ0&utm_medium=affiliate&utm_source=Clickwise_437971&irgwc=1&v=11), Adobe Spark Video (https://helpx.adobe.com/de/creative-cloud/how-to/make-an-about-my-work-video-with-adobe-spark.html)

Tutorial zur Nutzung der App ‚Adobe Spark Video‘: http://www.www.youtube.com/watch?v=vPKBkDbuCfk&t=25s

Mit diesen Apps können Bilder, Filmsequenzen und Audio-Dateien bearbeitet und als ein Video zusammengeschnitten werden. 

Reflexion des Projekts

Mögliche Stolpersteine:

  • Art des Kennenlernspiels: Das Kennenlernspiel „Der Luftballon des Anderen“ birgt die Gefahr, dass Schüler/innen die Ballons mit ihrem eigenen Namen fangen. Dieser Fall ist bei unserer Durchführung des Öfteren aufgetreten und hat mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen, weshalb wir ein anderes Kennenlernspiel empfehlen bzw. bei bestehender Schüler/innen-Lehrkraft-Beziehung ganz davon absehen würden. 
  • Auswahl des Bilderbuchs: Bei diesem Thema empfehlen wir im Voraus abzufragen, ob das Buch bereits bekannt ist und sich, wenn es so sein sollte, vorher darauf einzustellen. In unserer Gruppe war das Buch den Schüler/innen bereits bekannt, dementsprechend mussten wir umdisponieren und dadurch hat sich der geplante Zeitrahmen deutlich verschoben. Es muss aber nichts Schlechtes sein, wenn die Schüler/innen das Buch schon kennen. Dadurch kann vor allem die Erzählkompetenz gefördert werden. In diesem Fall könnte man Wortkarten mit Satzanfängen oder mit Adjektiven vorbereiten und die Schüler/innen das Buch nacherzählen lassen.
  • Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer: Das Projekt wurde mit einer kleinen Gruppe von sieben Schüler/innen der 1. Klasse durchgeführt. Einer von ihnen ist ein Migrant aus der Ukraine vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Kriegs, er spricht kein deutsch und besucht die Schule zu diesem Zeitpunkt seit zwei Tagen. Über die Teilnahme des Schülers an unserem Projekt wurden wir erst unmittelbar vor dem Unterricht informiert, dementsprechend konnten wir uns nicht darauf vorbereiten und mussten improvisieren. Die bestehenden sprachlichen Barrieren und somit das Kommunikationsproblem zwischen Lehrkraft und Schüler wurden soweit möglich durch die Sprachübersetzungs-App „Say Hi“ überwunden (für Android und IOS zum herunterladen unter folgendem Link: Herzlich Willkommen!). Zusätzlich problematisch ist das Alter des Schülers, durch welches er ‚theoretisch‘ dem Elementarbereich (KiTa) zugehörig ist. Aufgrund der Sprachbarriere konnte der Schüler dem Unterricht nicht folgen und hat durch sein Verhalten die anderen Kinder in ihrer (selbstständigen) Arbeit abgelenkt und gestört, was zu einem negativen Spannungsfeld zwischen ihm und den restlichen Schüler/innen geführt hat. Besonders bei der Video-Produktions-Phase ist es zu Auseinandersetzungen gekommen. Bei diesem Stolperstein handelt es sich um ein Problem, welches bei rechtzeitiger Kenntnis, hätte behoben werden können. Bei der Kenntnis über solche besonderen Umstände ist es wichtig sich dementsprechend vorzubereiten, man könnte beispielsweise Vokabelkarten erstellen oder vorher ein Stück des Textes für das Kind übersetzen, damit er trotz Sprachbarrieren einbezogen wird und weiß worum es geht und so auch nicht auf die Idee kommt, sich mit anderen Dingen abzulenken und andere Kinder zu ‚stören‘. Außerdem könnte man ihn kleine Sätze auswendig lernen lassen, damit er aktiv im Video mitwirken kann und sich zugehörig fühlt.
  •  Projektvorbereitung: einige unserer vorbereiteten Materialien, wie bspw. der Einsatz der Reflexionskarten und die Station ‚Bushaltestelle‘ sind methodisch gut durchdacht und begründet, konnten aber aufgrund des Zeitmangels leider nicht zielführend genutzt werden. Hier empfehlen wir für jede Unterrichtsphase genügend Zeit einzuplanen und während der Durchführung des Projekts die Zeitrahmen so gut es geht einzuhalten. Tipp: Wecker stellen! – So ist das Zeitmanagement für die Lehrer und auch die Schüler/innen transparent. 
  •  Zeitmangel: eine ausführliche Reflexion war am Ende des Projekttags aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr möglich. 

Die individuellen Voraussetzungen der Klassenstufe (z.B. sprachlich, kognitiv, etc.) sollten im Vorwege bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden, weil in unserem Fall die Schüler/innen der Klassenstufe 1 in der Reflexionsphase nicht mehr über ausreichend Konzentration verfügt haben. Eine Alternative wäre es den Projekttag zu staffeln, also entweder auf mehrere Schulstunden oder sogar Tage zu verteilen, um diesem Stolperstein aus dem Weg zu gehen.

Im Rahmen unseres Projekttags mit den Schüler/innen der 1. Klassenstufe ist es bei der Nutzung der digitalen Medien dazu gekommen, dass ein Bild mit der App Canva bearbeitet wurde, der Schüler hat unter individueller Anleitung einer Lehrperson einen Schriftzug in sein Bild eingefügt. Aufgrund von Zeitmangel und den beschränkten Kenntnissen im Umgang mit den iPads hat die Arbeitsphase der selbstständigen Video-Produktion nicht wie geplant stattgefunden, weshalb das Lernvideo im Nachhinein von uns Studierenden mit dem App-Tool ‚Adobe Spark Video‘ zusammengeschnitten wurde. Im Gegensatz hierzu konnten die Schüler/innen fast problemlos Bilder, Film- und Audiosequenzen aufnehmen. Empfehlenswert ist hier zu Beginn der Video-Produktionsphase die Nutzung der digitalen Medien und der App-Tools in Form von direkter Instruktion zu unterrichten. 

Tipps für die Umsetzung mit einer (gesamten) Klasse

  • an das Niveau der Klassenstufe angepasste Unterrichtsplanung (zeitliche, sprachliche und kognitive Ressourcen der Schüler/innen sowie deren Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien)
  • Tagesstrukturplan 
  • Visualisierung der Hilfsmittel, z.B. durch Grafiken, ggf. räumliche Unterteilung des Klassenzimmers (evtl. mehrere Räumlichkeiten für verschiedene Arbeitsphasen) 
  • Dauer des Projekts nicht auf einen Tag beschränken, ggf. Projekt-Woche, 
  • die Größe der Expert/innengruppe an die Klassengröße anpassen, ggf. Beschränkung der Gruppengröße auf 4-5 Schüler/innen, wodurch es zu mehrfacher Existenz der einzelnen Expert/innengruppe kommen kann (Menge der iPads beachten -> für jede Expert/innengruppe ein iPad)
  • Strukturierung: z.B. genaues Festlegen der Rollen mittels der Rollenverteilungskarten (jede/r Schüler/in hat eine konkrete Aufgabe und „muss“ am Projekt mitarbeiten) 
  • direkte Instruktion der Schüler/innen bei der iPad- und App-Nutzung und Arbeitsanweisungen 
  • die Einstellung der Lehrkraft hinsichtlich ihrer Motivation zur Durchführung des Projekts sollte im besten Fall das Interesse der Schüler/innen und damit auch ihre Motivation steigern 
  • bessere Erklärung und vermehrte Nutzung der Station ‚Bushaltestelle‘, dass Schüler/innen sich untereinander helfen und selbstständig arbeiten können 

Im Projekt erstelltes Lernvideo

In diesem Lernvideo sprechen die Schüler/innen über das Thema Gesundheit im Alltag. Hierbei konzentrieren sie sich auf die Bereiche Ernährung, Sport und Medizin. 

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